Warum wir trotzdem fliegen

Ja: Wir reisen um die Welt. Ja: Wir tun das im Flugzeug. Und ja: Uns ist bewusst, wie sehr Flugreisen das Klima beeinträchtigen, beschädigen. Der weltweite Flugverkehr hat ein beängstigendes Ausmass angenommen, die Preise sind teilweise ein Hohn, gerade verglichen mit dem Zug. In der Schweiz sind wir überzeugte ÖV-Pendler.

Aber deswegen aufs Fliegen verzichten? Wie – ausser mit dem Flugzeug – will man sich den Lebenstraum einer Weltreise erfüllen? Wir legen in diesen 120 Tagen fast 45’000 Kilometer im Flugzeug zurück, etwas mehr als den Erdumfang. Dabei sind wir laut FlyGreen für einen Ausstoss von nicht weniger als 27 Tonnen CO2 verantwortlich. Eine beklemmende Vorstellung. Wir unterstützen die Anliegen der vornehmlich jugendlichen Menschen zu 100 Prozent, die in Sorge um das Klima und ihre Zukunft auf diesem Planeten zuletzt zu Zehntausenden auf die Strasse gegangen sind.

Als Ausweg aus dem Dilemma haben wir uns ein paar Grundsätze definiert:

  • Wir verzichten grundsätzlich auf Flüge mit Billig-Airlines der Marke Easyjet oder Ryanair.
  • Wann immer möglich, buchen wir die direkte Strecke, um zusätzliche Starts zu vermeiden.
  • Wann immer möglich, bevorzugen wir Zug, Schiff oder Bus. So verzichten wir in Südostasien auf jegliche Flüge.
  • Und: Wir kompensieren unsere Reisen. 1:1 all jene in Flugzeugen, zudem längere Autofahrten.

Bei der Schweizer Stiftung myclimate lassen sich Flüge einfach berechnen und direkt kompensieren. Die Stiftung unterstützt Klimaschutzprojekte in der Schweiz und im Ausland, fördert aktuell zum Beispiel effizienteres Kochen in Kenia, um nicht erneuerbares Feuerholz zu sparen. 80 Prozent der Beiträge, von der Steuer übrigens absetzbar, fliessen direkt in die Projekte. Total 19’000 Tonnen CO2-Ausstoss hat Myclimate im Jahr 2017 kompensiert. In Deutschland heissen die Anbieter Atmosfair, Klima-Kollekte oder Primaklima.

Um unseren längsten Flug (Auckland-Vancouver) auszugleichen, zahlen wir 253 Franken. Doch natürlich werden durch die Kompensationen keine Emissionen reduziert. Und das Gefühl, mit der Zahlung vor allem das schlechte Gewissen zu beruhigen oder sich mit einem Ablasshandel freizukaufen, bleibt. Auch ist unser Beitrag nicht mehr als ein Tröpfchen auf den heissen Stein.

Aber irgendwo muss man beginnen.

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